Kontraste sehen

Ich sehe was, was Du nicht siehst

Es gibt viele Situa­tio­­nen, bei dem eine hohe Kontrastempfindlichkeit gefordert ist. Z. B. beim Spaziergang im Nebel, beim Autofahren in der Dämmerung, beim Skifahren oder Tauchen.

Kontrastsehen – warum es so wichtig ist


Gutes Sehen bedeutet nicht nur, kleine Details erkennen zu können. Im Alltag müssen wir auch größere Gegenstände oder Menschen erkennen, selbst wenn sie sich nur wenig vom Hintergrund abheben. Dafür ist ein gutes Kontrastsehen wichtig.


Kontrastsehen hilft uns beispielsweise, Gesichter zu erkennen, Bordsteinkanten wahrzunehmen oder uns bei Nebel, Regen oder in der Dämmerung sicher zu orientieren.


Unsere Netzhaut kann Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bereichen sowie zwischen verschiedenen Farben erkennen. Damit wir einen Gegenstand sehen können, muss er sich ausreichend von seiner Umgebung unterscheiden. Je größer dieser Helligkeitsunterschied – also der Kontrast – ist, desto leichter können wir ihn erkennen.


Ein einfaches Beispiel sind die Sterne am Himmel: Tagsüber sind sie zwar genauso vorhanden wie nachts, doch der helle Himmel überstrahlt ihr Licht. Erst in der Dunkelheit wird der Kontrast groß genug, damit wir die Sterne sehen können.


Wie gut wir auch geringe Helligkeitsunterschiede wahrnehmen, nennt man Kontrastempfindlichkeit. Je höher sie ist, desto besser können wir schwache Kontraste erkennen. Bei schlechten Lichtverhältnissen, beispielsweise in der Dämmerung oder nachts, nimmt die Kontrastempfindlichkeit jedoch ab. Deshalb fällt es vielen Menschen dann schwerer, Hindernisse, Personen oder Verkehrszeichen rechtzeitig zu erkennen.

 

Was können Sie tun, wenn Ihr Kontrastsehen nachlässt?

 

Eine nachlassende Kontrastempfindlichkeit entwickelt sich häufig schleichend. Viele Betroffene bemerken zunächst nur, dass sie bei Dämmerung schlechter sehen, schneller geblendet werden oder sich beim Autofahren in der Nacht unsicher fühlen.

 

Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie Ihren Alltag sicherer gestalten:

  • Achten Sie auf eine gute Beleuchtung in Ihrer Wohnung. Helles, gleichmäßiges und blendfreies Licht erleichtert das Erkennen von Kontrasten.
  • Verbessern Sie Kontraste im Alltag, beispielsweise durch farblich markierte Treppenkanten, gut erkennbare Lichtschalter oder kontrastreiche Geschirr- und Tischfarben.
  • Halten Sie Ihre Brillengläser sauber und lassen Sie Ihre Sehstärke regelmäßig kontrollieren. Bereits kleine Änderungen der Brillenstärke können das Sehen verbessern.
  • Tragen Sie hochwertige Sonnenbrillen mit UV-Schutz und entspiegelte Brillengläser, um störende Blendungen zu reduzieren.
  • Seien Sie bei Dämmerung und Nacht besonders vorsichtig, insbesondere im Straßenverkehr. Wenn Sie sich unsicher fühlen, verzichten Sie besser auf Fahrten bei schlechten Lichtverhältnissen.

Wann sollten Sie Ihr Kontrastsehen untersuchen lassen?

Eine verminderte Kontrastempfindlichkeit gehört zwar häufig zum natürlichen Alterungsprozess, sie kann jedoch auch ein frühes Anzeichen für Augenerkrankungen sein, zum Beispiel für den Grauen Star, Grünen Star, eine altersbedingte Makuladegeneration oder Netzhauterkran-kungen. Auch Diabetes oder andere Allgemeinerkrankungen können das Kontrastsehen beeinträchtigen.


Unsere Empfehlung

Lassen Sie Ihr Kontrastsehen regelmäßig überprüfen – besonders ab dem 50. Lebensjahr oder wenn Sie bemerken, dass Sie:

  • bei Dämmerung oder Nacht schlechter sehen,
  • stärker durch entgegenkommende Scheinwerfer geblendet werden,
  • Treppenstufen oder Bordsteinkanten schlechter erkennen,
  • häufiger stolpern oder sich unsicher bewegen,
  • Gesichter oder Verkehrszeichen erst spät erkennen.

Eine frühzeitige Untersuchung kann helfen, Veränderungen rechtzeitig festzustellen und mögliche Augenerkrankungen früh zu erkennen. Oft lässt sich durch eine angepasste Brille, eine bessere Beleuchtung oder die Behandlung einer zugrunde liegenden Erkrankung das Sehvermögen deutlich verbessern oder langfristig erhalten.