In jungen Jahren ist unser Gesichtsfeld ungefähr 180° weit. In diesem Bereich sehen wir zumindest aus dem Augenwinkel, was um uns herum passiert. Im Alter verengt es sich um wenige Grade. Diese Veränderung wird allerdings kaum bemerkt.
Ein gutes Gesichtsfeld ist wichtig, damit wir uns sicher im Alltag bewegen können. Es hilft uns, unsere Umgebung wahrzunehmen und Bewegungen oder Hindernisse auch dann zu erkennen, wenn wir nicht direkt hinschauen. So können wir zum Beispiel herannahende Fahrzeuge, Radfahrer oder andere Personen rechtzeitig bemerken und reagieren.
Als Gesichtsfeld bezeichnet man den Bereich, den ein Auge erfassen kann, ohne dass es bewegt wird. Mit beiden Augen zusammen ist das Gesichtsfeld noch größer. Der mittlere
Bereich, den beide Augen gleichzeitig sehen, ermöglicht uns das räumliche Sehen und eine gute Einschätzung von Entfernungen.
Obwohl wir den Eindruck haben, unsere gesamte Umgebung scharf zu sehen, stimmt das nicht ganz. Wirklich scharf sehen wir immer nur einen sehr kleinen Bereich in der Mitte unseres Blickfeldes.
Alles andere wird weniger detailliert wahrgenommen und dient vor allem dazu, uns zu orientieren und Bewegungen zu erkennen. Deshalb wandern unsere Augen ständig von einem Punkt zum nächsten,
damit wir uns ein vollständiges Bild unserer Umgebung machen können.
Ist das Gesichtsfeld eingeschränkt, entstehen Bereiche, in denen wir nichts oder nur wenig sehen. Solche Ausfälle bleiben oft zunächst unbemerkt, können aber dazu führen, dass Hindernisse,
Personen oder Fahrzeuge übersehen werden. Dadurch steigt beispielsweise das Risiko für Unfälle oder Stürze.
Gesichtsfeldausfälle können auf verschiedene Augenerkrankungen oder Erkrankungen des Sehnervs und des Gehirns hinweisen. Regelmäßige schmerzfreie und schnelle Gesichtsfeld-untersuchungen helfen
dabei, solche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und ihre Entwicklung zu überwachen.